Nachruf


Nach einem langen schweren Leiden ist der Pfarrer von Püchersreuth, Konrad Schießl, in den Abendstunden des 12. September im Klinikum Weiden im Alter von 61 Jahren verstorben. Mit viel Energie hatte er gegen die durch einen Schlaganfall verursachte körperliche Behinderung gekämpft und seine Pfarrei aus dem Rollstuhl heraus seelsorglich betreut.

Pfarrer Schießl wurde in Oberviechtach geboren und ist dort aufgewachsen. Er besuchte dort die Volksschule, bevor er als Zögling in das Knabenseminar nach Weiden kam und Schüler am Augustinusgyrnnasium wurde. Nach dem Abitur begann er das Studium der Philosophie und Theologie und bereitete sich im Priesterseminar Regensburg auf den Priesterberuf vor. Nach Studium und Tätigkeit als studentische Hilfskraft beziehungsweise wissenschaftlicher Assistent an der Universität Regensburg, wurde er 1980 zum Priester geweiht. Nach drei Jahren Kaplanszeit in Sulzbach Rosenberg-St. Marien und Weiden-Herz Jesu wurde er 1983 Pfarrer von Püchersreuth. Damit verbunden war die Seelsorge in den Filialen Ilsenbach und Wildenau sowie die Sorge um die Wallfahrt nach St. Quirin.

Sein erstes Interesse galt sicher der Seelsorge in der Pfarrei und vor allem der Förderung der Wallfahrt in St. Quirin. Dabei waren nicht nur Bau- und Renovierungstätigkeiten sein Anliegen, sondern vor allem die Förderung der Seelsorge an den verschiedenen Gruppen in der Pfarrei und die Belebung des pfarrlichen Lebens, insbesondere das Wiederbeleben alter, vergessener Traditionen. Pfarrer Schießl hatte sich nämlich eine besondere Vorliebe aus seiner Studienzeit herübergerettet, das große Interesse an der Geschichte und Tradition unserer Kirche. Pfarrgeschichte, Heimatgeschichte oder Diözesangeschichte waren sein besonderes Hobby. Er behielt aber sein Wissen nicht für sich, sondern ließ durch Vorträge oder Veröffentlichungen immer andere daran teilhaben.

Pfarrer SchießI war an allen seinen Wirkungsorten ein geschätzter und geachteter Priester, dem das Vertrauen seiner Gläubigen und seines Bischofs geschenkt war. Er galt als kerniger und einsatzfreudiger Seelsorger, der die Menschen verstand und ihnen immer zu helfen bereit war. Das war sein aufrichtiges Bemühen über 27 Priesterjahre.

Viele Mitbrüder und eine überaus große Zahl von Gläubigen aus allen seinen Wirkungsorten fanden sich in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zum Gottesdienst und auf dem Friedhof von Püchersreuth zum Begräbnis ein, um dem geschätzten Seelsorger Konrad Schießl das dankbare Gebet zu schenken, dass sich in der Ewigkeit nun erfüllen möge, was er ein ganzes Leben lang geglaubt, gelebt und verkündet hat.

Peter Hubbauer

in der Katholischen Sonntagszeitung. 29./30 September 2007. Nr. 39. Seite III.